Die Revolution verliert ihre Kinder

Posted on 8. Februar 2018

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Kairo-Roman „Die Stadt der Rebellion“

Die Revolution verliert ihre Kinder

In „Die Stadt der Rebellion“ von Omar Robert Hamilton erwachen Triumphe und Niederlagen der ägyptischen Aufstände von 2011 zum Leben.

[Erschienen am 3. Februar 2018 in der taz.]

Ein glitzerndes Metallding fliegt durch die Luft, ein Blechspielzeug? Es schlingert auf sie zu, bleibt an der Bordsteinkante hängen und verströmt mit einem bösen Zischen sein Gift. Es ist Anfang 2011, eine der großen Schlachten der ägyptischen Revolutionäre gegen das Regime. Ein junger Mann rennt zur Gaskartusche, schleudert sie zurück und schreit vor Schmerz auf. „Wir wussten nicht einmal, dass die Kanister heiß waren. Der 28. Januar. Wir waren nur ein Haufen Kinder, draußen auf der Straße.“ Das sollte sich ändern.

„Die Stadt der Rebellion“ ist das Romandebüt des britisch-ägyptischen Filmemachers und Schriftstellers Omar Robert Hamilton. Realistisch, beklemmend und atemlos legt er offen, warum der Ruf der Revolutionäre von 2011 nach „Brot, Freiheit und sozialer Gerechtigkeit“ so schnell erstickt wurde. Hamilton führt uns in die Kairoer Innenstadt, in das hektische Herz dieser Metropole, das für einige Monate im Takt der Revolutionäre schlug.

Die Geschichte folgt Khalil und Mariam, einem Liebespaar, das sich in den Tagen der ägyptischen Revolution im Januar und Februar 2011 gefunden hat. Als der Langzeitdiktator Husni Mubarak endlich seinen Rücktritt bekannt gab, schwappte das Land fast über vor Euphorie. Die Handlung im Buch setzt einige Monate später ein. Der Freudentaumel ist einer Realität gewichen, die von Scharmützeln mit der Staatsmacht bestimmt ist, die das Land wieder an sich reißt.

 

[Weiter bei der taz.]

 

Beitragbild: Tahrir-Platz, Mai 2011 (eigenes Foto)

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Posted in: Arbeitsproben, taz